Lob aus Euroland - Griechenland macht Boden gut

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zazikilover
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Lob aus Euroland - Griechenland macht Boden gut

von zazikilover am 04.03.2010 20:38

Griechenland hält Europa in Atem. Während 200 kommunistische Gewerkschafter in Reaktion auf den strikten Sparkurs ihrer Regierung das Finanzministerium in Athen besetzen und eine Hauptstraße im Zentrum blockieren, erntet das Kabinett von Giorgos Papandreou Lob von der Europäischen Zentralbank (EZB).
Chefvolkswirt Jürgen Stark spricht von einer veränderten Haltung der griechischen Regierung. "Die Griechen machen einen großen Schritt, der deutlich über das Gefragte hinausgeht", lässt sich Stark zitieren. Nach der Ratssitzung der Notenbank setzt sein Chef Jean-Claude Trichet noch eins drauf. "Das, was entschieden wurde, ist äußerst substanziell. Der EZB-Rat billigt die Entscheidung und hält sie für überzeugend", sagt er. Die Regierung in Athen hatte am Mittwoch ein neues Sparpaket im Volumen von 4,8 Milliarden Euro beschlossen. Damit will der Mittelmeerstaat sein Staatsdefizit von zuletzt 12,7 auf 8,7 Prozent drücken.
Das drakonische Sparprogramms kommt offenbar auch an den Märkten gut an. Eine neue griechische Staatsanleihe mit einer Laufzeit von zehn Jahren ging gestern weg wie geschnitten Brot. Bereits eine Stunde nach Öffnung der Bücher war die Anleihe, die fünf Milliarden Euro in die Staatskasse spülen sollte, mit sieben Milliarden überzeichnet. Als die Bücher um 12 Uhr geschlossen wurden, lagen sogar Angebote im Volumen von rund 16 Milliarden Euro vor. Trotzdem will Griechenland nur die ursprünglich gesuchten fünf Milliarden aufnehmen, hieß in Athen. "Die Anleger sehen, dass sie einen attraktiven Zinsaufschlag bekommen", kommentiert DZ-Bank-Experte Klaus Holschuh die rege Nachfrage.
Die Anleihe wirft eine Rendite von rund 6,3 Prozent ab. Sie verzinst sich damit rund doppelt so hoch wie vergleichbare deutsche Staatsanleihen.

Die Anleihe war mit großer Spannung erwartet worden. Sie gilt als wichtiger Test für die Refinanzierungsmöglichkeiten des hoch verschuldeten Landes. Die gestrige Auktion zeigt, dass sich Griechenland am Kapitalmarkt Geld besorgen kann - vorausgesetzt, der Zins stimmt. Griechenland hat in diesem Jahr einen Kapitalbedarf von rund 54 Milliarden Euro. Eingespielt wurden bislang jedoch erst 18,6 Milliarden. Zeit für eine Atempause bleibt den Hellenen daher zunächst nicht.
Vize-Außenminister Dimitris Droutsas zeigte sich zunächst jedoch erst einmal erleichtert. "Wir sind der Meinung, dass wir diese Krise allein bewältigen können", sagte er in der ARD. Es sei aber ein klares Vertrauensbekenntnis von EU-Partnern wie Deutschland nötig, damit die griechischen Staatsanleihen nicht zu teuer würden.

Vorschlag: Wahrzeichen Akropolis verkaufen


Droutsas äußerte sich zuversichtlich, dass die zusätzlichen beschlossenen Sparmaßnahmen ausreichen dürften, um die Ziele der Etatkonsolidierung zu erreichen. Auf Vorschläge aus den deutschen Parteien CDU und FDP, dass Griechenland zur Lösung der Schuldenkrise auch Staatseigentum wie etwa unbewohnte Inseln verkaufen solle, ging Droutsas nicht weiter ein. Er habe auch einen Vorschlag gehört, Griechenland möge sein Wahrzeichen, die Akropolis, verkaufen. "Weitere Ratschläge sind hier nicht unbedingt geeignet zum jetzigen Zeitpunkt", sagte Droutsas.
Der Chef des Münchener Ifo-Instituts, Hans-Werner Sinn, glaubt derweil nicht an eine Lösung der Schuldenkrise Griechenlands in der Euro-Zone. "Griechenland wird kaum zu halten sein im Euro", sagte Sinn.
Unterdessen haben die Hellenen jedoch Rückenwind. Die EU-Kommission hat für den heutigen Freitag Experten aus der Finanzbranche nach Brüssel eingeladen. Die Fachleute sollen den Beamten aus dem Binnenmarktressort der Kommission helfen, die richtigen Konsequenzen aus den derzeitigen Spekulationen gegen hoch verschuldete Mitgliedsländer wie Griechenland, Portugal oder Großbritannien zu ziehen. "Wir nehmen das Thema sehr ernst", sagte die Sprecherin des zuständigen Kommissars Michel Barnier. "Es geht unseren Leuten darum, Informationen zu sammeln, um die Vorgänge besser verstehen zu können", betonte die Sprecherin. Die könnten in einen Gesetzentwurf einfließen, den Barnier bis Ende des Jahres vorlegen will.
In den USA verschärft sich unterdessen der Kampf gegen Euro-Spekulanten. Das Justizministerium leitete eine Untersuchung gegen Hedgefonds ein, die sich Anfang Februar bei einer Dinnerparty über ein gemeinsames Vorgehen gegen die Gemeinschaftswährung verständigt haben sollen. Der Euro hat im Sog der Griechenland-Krise mehr als zehn Prozent zum Dollar verloren. Gestern notierte die Gemeinschaftswährung allerdings wieder fester bei 1,3668 Dollar. (mit rtr/dpa/afp)


quelle: http://www.fr-online.de/in_und_ausland/wirtschaft/debatte_wirtschafts_und_finanzkrise/2384103_Griechenland-macht-Boden-gut.html

Hmm Was nun?! Was meint Ihr?

Antworten Zuletzt bearbeitet am 04.03.2010 20:40.

Kefalonitissa
Gelöschter Benutzer

Re: Lob aus Euroland - Griechenland macht Boden gut

von Kefalonitissa am 04.03.2010 23:14

>Auf Vorschläge aus den deutschen Parteien CDU und FDP, dass Griechenland zur Lösung der Schuldenkrise auch Staatseigentum wie etwa unbewohnte Inseln verkaufen solle, ging Droutsas nicht weiter ein. Er habe auch einen Vorschlag gehört, Griechenland möge sein Wahrzeichen, die Akropolis, verkaufen. "Weitere Ratschläge sind hier nicht unbedingt geeignet zum jetzigen Zeitpunkt", sagte Droutsas.<

Wer so etwas fordert (Verkauf von Inseln, Akropolis etc.), zeigt seine Gesinnung, nämlich keinerlei Respekt vor der Geschichte und keinerlei Liebe für ein Land. Ein Mensch, der weiß, wo seine Heimat ist, der ist in sich gefestigt und den erschüttert nichts so schnell. Aber das können unsere "modernen Globalplayer" heutzutage nicht mehr verstehen. Es zählt nur noch das Geld. Alles muß einen Wert haben, der sich verkaufen lässt bzw. den man zu Geld machen kann. Traurig, einfach traurig!!

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Kefalonitissa
Gelöschter Benutzer

Re: Lob aus Euroland - Griechenland macht Boden gut

von Kefalonitissa am 04.03.2010 23:25

>Die Regierung in Athen hatte am Mittwoch ein neues Sparpaket im Volumen von 4,8 Milliarden Euro beschlossen. Damit will der Mittelmeerstaat sein Staatsdefizit von zuletzt 12,7 auf 8,7 Prozent drücken<.

In Griechenland wird es aufgrund dieser drastischen Sparmaßnahmen unter Umständen zu einer starken Rezession kommen. Die Griechen sind bzw. waren immer konsumfreudige Menschen. Es wurde gut und gerne gekauft. Und es wurden sehr, sehr viele deutsche Produkte gekauft. Von der Nähmaschine bis zum Panzer wurden deutsche Produkte bevorzugt. Aber jetzt ohne Geld? Jetzt mit vermindertem monatlichem Gehalt? Ich denke, dass noch manch deutsche Firma dumm aus der Wäsche gucken wird, wenn die Produktnachfrage plötzlich stark nachlässt.

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dole11

29, Männlich

Beiträge: 10

Re: Lob aus Euroland - Griechenland macht Boden gut

von dole11 am 11.02.2019 23:56

Ja ähnliche Sachen habe ich auch schon von https://www.beton-tille.de/innenliegender-absturz.html gehört. Ich habe zudem von nur gute Dinge gehört. Und die machen auch einen hervorragenden Boden!

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